ERÖFFNUNG DES HAUSES DER STILLE AM 1. MÄRZ 2015

Erinnerung an den Festakt der Eröffnung des Hauses der Stille in Frankfurt am 1. März 2015 mit einem Bericht des Tages von Ulrich Weißgerber und der Predigt des Festgottesdienstes von Prof. Martin.

Eröffnung Haus der Stille FF

 

UNTER DER WOLKE DER ZEUGEN

Im Psalm 27 kommt ein Mensch zu Wort, der gern „die schönen Gottesdienste des Herrn“ schauen möchte. Und im 98. Psalm wird mit dem neuen Lied Gott gefeiert, der Wunder tut, die ja nicht nur in der Innerlichkeit der Frommen zu Hause sind sondern auf die Rettung der Völker abzielen. Wenn beides zusammen kommt, dann kann es ein wunderschöner solidarischer Gottesdienst sein – wie am Sonntag, dem 1. März 2015, in der Kirche des Diakonissenhauses in Frankfurt am Main.
Das Frankfurter Diakonissenhaus e.V. und die Initiative zur Förderung geistlichen Lebens – Haus der Stille e.V. hatten eingeladen, um auf ihre Kooperation aufmerksam zu machen und den Beginn in der dafür angemessenen Weise zu feiern: Mit einem Festgottesdienst mit Feier des heiligen Abendmahles und einem Empfang mit vielen Gesprächen und Grüßen und guten Wünschen.

Die Leitung des gut besuchten Gottesdienstes teilten sich die Pfarrer Matthias Welsch (Theologischer Vorstand des Diakonissenhauses) und der Schulpfarrer Johannes Sell (bis vor wenigen Monaten der Theologische Leiter des Hauses der Stille). Die Predigt hielt der emeritierte Professor Dr. Gerhard-Marcel Martin aus Marburg. Er hatte bereits im Abschiedsgottesdienst im September 2014 die Predigt gehalten, als das Haus der Stille im Waldhof Elgershausen nach rund zwanzig Jahren seine Pforten schließen musste. Die musikalische Leitung teilten sich die Kirchenmusikerinnen Dorothea Monninger und Christa Reich.
Dieses Gottesdienstleitungsteam hatte in dieser Zusammensetzung noch nie gearbeitet; und auch die Gemeinde am 1. März war so noch nie versammelt gewesen: neben den Einheimischen, die sich regelmäßig in der schönen und großzügigen Kirche des Diakonissenhauses treffen, viele Mitglieder des Haus-der-Stille-Vereins, die sich an den neuen Ort gewöhnen: vom Westerwald in die Großstadt. Und viele, die aus Kirche und außerkirchlicher Öffentlichkeit zu diesem besonderen Termin eingeladen gewesen waren. Prof. Martin sprach in der Predigt über die große Schar der „Zeugen“, die im Hebräerbrief, angefangen bei Abel, aufgezählt wird.
Nach dem Gottesdienst folgte der Empfang im Festsaal des Diakonissenhauses. In Vertretung für den Kirchenpräsidenten Dr. Volker Jung sprach Oberkirchenrätin Sabine Bäuerle die Grüße und Segenswünsche der Kirchenleitung aus. Stadtdekan Dr. Achim Knecht wies auf den Propheten Elia hin, der nach einem langen Weg durch die Wüste dem lebendigen Gott ausgerechnet in der Stille begegnete, in einem „stillen sanften Sausen“. Dr. Knecht freute sich, die Willkommensgrüße des evangelischen Frankfurt überbringen zu können.
In seiner Schlussansprache wies der Vorsitzende der Initiative, Pfr. Klaus-Willi Schmidt, auf die Chancen und auch die Schwierigkeiten dieses Neuanfangs in Frankfurt hin: Jemand, der, fest angestellt, die Geschäftsführung wahrnähme, täte dem Verein wohl schon gut. Aber den Aufbruch soll das leidige Thema „Geld“ nicht dominieren. Vielmehr: die Dankbarkeit und gespannte Zuversicht.
Diese denkwürdige Veranstaltung endete mit einem allmählich zur Dreistimmigkeit aufgebauten und musikalisch und theologisch ausgedeuteten Kanon-Gesang unter der Leitung von Christa Reich: „Jesus Christus ist unser Friede“.

Ulrich Weisgerber

 

Hier finden Sie die Predigt zum Nachlesen:
Predigt von Prof. Martin am 1 3 2015 FFM