Über uns

Mit großer Betroffenheit und Trauer teilen wir Ihnen mit, dass

                          PFARRER ULRICH WEISGERBER

am 14. Mai 2017 nach langer, schwerer Krankheit gestorben ist.

Am 19. Mai haben wir ihn zu Grabe getragen.

Ulrich Weisgerber hat zu jenen Menschen gehört, die entscheidend mit dazu beigetragen haben, dass die Initiative zur Förderung geistlichen Lebens nach der Schließung des Hauses der Stille im Waldhof Elgershausen am neuen Ort in Frankfurt neu beginnen und zugleich auch weiterarbeiten konnte. Als Mitglied im Vorstand hat er mit Rat und Tat in völlig unprätentiöser Weise zum Gelingen des Überganges beigetragen.

Die Förderung Geistlichen Lebens war für ihn nicht nur e i n e der vielen Aufgaben, denen er sich widmete – sie gehörte, wie er das sah, zum Zentrum. Denn wirklich lebendig kann die Kirche Jesu Christi nur sein, wenn für die, die zu ihr gehören – Gemeindeglieder und diejenigen, die ein Amt innehaben – der Herzschlag für alles Tun das Hören auf das biblische Wort ist.

Dieses Hören muss geübt werden – und: es bedarf der Stille. Das hat Ulrich Weisgerber aus eigener Praxis gewusst. Und so war ein Schwerpunkt seiner Arbeit im Haus der Stille (aber auch bei seinen Prädikantenkursen) das Einüben in das Lesen biblischer Texte. „Lesen“ hat etymologisch mit „Lauschen“ zu tun. Und Ulrich Weisgerber hat gewusst, dass der Leser biblischer Texte nicht zuerst des denkenden Verstehens, sondern des lauschenden Ohres bedarf. So hat er seine Lese-Kurse gestaltet und dabei Menschen im wahrsten Sinne des Wortes das Ohr geöffnet.

Bei unseren Vigilien war er ein Vor-Leser, dem man aufmerksam zuhörte, weil es gar nicht anders ging. Im Werden des Hauses der Stille am neuen Ort in Frankfurt war er im Vorstand ein unverzichtbarer Ratgeber – nie schnell mit dem Wort; aber wenn er etwas sagte, meist eher kurz und klar formuliert, dann war ein Problem gelöst, oder zumindest wusste man, wie es anzugehen war.

Er hatte die kostbare Gabe, zuhören zu können. Und es gingen von ihm eine Ruhe und eine Eindeutigkeit eigener Art aus – die immer wieder hilfreich zur Lösung von Problemen waren. Nie war etwas für ihn unlösbar.

So hat er wohl auch gelernt, seine Krankheit anzunehmen.

Wir danken Gott für unseren Bruder Ulrich Weisgerber. Wir wissen ihn bei Ihm geborgen. Aber wir vermissen ihn auch sehr. Er wird uns auf dem Weg, der vor uns liegt, sehr fehlen.

Zugleich   befehlen wir diesem Gott auch Ulrich Weisgerbers liebe Frau und seine Kinder. Möge Er sie trösten. Ihr Schmerz ist groß.

Sie brauchen unsere Fürbitte und unsere Warmherzigkeit.

Mit herzlichem Gruß

Klaus-Willi Schmidt

Vorsitzender der Initiative zur Förderung geistlichen Lebens

– Haus der Stille – e.V.